Respekt ist eine zweiseitige Sache!

Letzte Woche wurde es (in) der Welt verkündet: Kiew und Brüssel (würden) enger zusammen(rücken). Und niemand könne der Ukraine (eine) Mitgliedschaft in der EU verweigern. Grund genug, mich zu bekennen: Ja, ich bin ein Putin-Versteher. Ich verstehe Russland. An unseren 5 Fingern hätten wir abzählen können, dass es so kommen würde, wie es gekommen ist:

Als es um das eine deutsche Nachkriegsziel ging, haben wir ihnen zugesagt, ihre Einflusssphäre zu respektieren. Die Nato solle nicht ausgedehnt werden, schon gar nicht nach Osten, hatte Genscher versprochen. Dafür haben wir bekommen, was uns so wichtig war: die Wiedervereinigung. Und nur wenige Jahre später? Lassen wir die westlichen Ostblockstaaten in die Nato eintreten. Wenige Jahre später wirken wir aktiv darin mit, dass die Grenzen der russischen Einflussspähere immer mehr mit seinen territorialen zusammenfallen. Deutlicher kann man sein Wort nicht brechen.

Putin heute vorzuwerfen, er breche Abkommen und sein Wort, die Integrität der Ukraine zu erhalten, ist heuchlerisch. Darauf zu setzen, dass Russland sich immer weiter bedrängen und beschneiden lasse, ist dumm. Und es faktisch darauf ankommen zu lassen, heißt, die Spannungen anzuheizen. Wenn wir davon faseln, die Ukraine gehöre zu Europa, zur EU und die Nato, treiben wir die Sache voran. Wir bedrängen Russland.

Ich verstehe Putin, wenn er dem Westen nicht mehr traut. Wir haben die Vorleistung Russlands nicht gewürdigt. Das ist unsere Schuld am Ukraine-Konflikt.

Niemand könne der Ukraine verweigern, der EU beizutreten? Doch wir! Weil wir einmal unser Wort gegeben haben. Mehr noch: Wir könnten den Frieden befördern, wenn wir Putin das geben, was ihm zusteht: Respekt. Wenn wir den Russen entgegenbringen, was ihnen gebührt: Dankbarkeit und Verlässlichkeit: Deine Rede sei Ja, Ja, Nein, Nein – und was darüber hinaus ist, ist von übel.

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